X

Wollen Sie auf dem laufenden bleiben? Hier zum Newsletter anmelden!

 
 
 
 
 
 
Ich stimme den Bestimmungen des Datenschutz zu.
02.05.2018

Offene und stille Beteiligungen

und effiziente Zwischenlösungen

Die BayBG steht für stille Beteiligungen. Diese Aussage ist richtig. Aber nicht vollständig. Die BayBG steht seit Jahrzehnten auch für offene Beteiligungen. Sie kommt damit den unterschiedlichen Anforderungen, Gegebenheiten und Notwendigkeiten der Unternehmen nach. »Ich will keine Anteile abgeben. Der Betrieb soll zu 100 Prozent in den Händen der Familie bleiben.« – Diesem mehr traditionellen Familienunternehmer bietet die BayBG eine stille Beteiligung. Der Unternehmer gibt weder Stimmrechte noch Anteile ab, stärkt aber dennoch sein wirtschaftliches Eigenkapital. »Ich will kein vordefiniertes Beteiligungsentgelt bezahlen, sondern die ganze Liquidität im Unternehmen behalten. Dafür kann mein Beteiligungspartner am Gewinn bzw. der Unternehmenswertsteigerung partizipieren.« Diesem Unternehmertyp bietet die BayBG eine offene Beteiligung. Der Unternehmer gibt Anteile ab, hat aber keinen regelmäßigen Liquiditätsabfluss.

 

Zwischenlösungen möglich

Zwischen diesen beiden Polen bietet die BayBG viele Zwischenlösungen. So kann eine zwar prinzipiell stille Beteiligung mit einem Exit-Kicker ausgestattet werden. Das heißt zum Beispiel, dass das Unternehmen keine Anteile abgibt und ein geringeres laufendes Entgelt entrichtet, dafür aber beim Ausstieg eine definierte Summe bezahlt, deren Faktor bereits bei Vertragsvereinbarung festgelegt wird und sich zum Beispiel an der EBIT-Entwicklung orientieren kann.

 

Anteil offener Beteiligungen steigt

Dabei gibt es zwischen den verschiedenen Beteiligungsvarianten kein Besser und kein Schlechter, sondern nur ein für die jeweilige Unternehmenssituation mehr oder weniger Geeignet. Für die BayBG lässt sich feststellen, dass Zahl, Volumen und Anteil an offenen Beteiligungen in den vergangenen Jahren zugenommen hat. So belief sich im Jahr 2012 das Volumen an offenen Beteiligungen auf 26,5 Mio. €. Das entsprach einem Anteil von rund 8 Prozent des gesamten BayBG-Engagements. 2017 haben sich die Werte verdoppelt. Bei 52 Mio. € an offenen Beteiligungen entspricht dies einem Anteilswert von mehr als 16 Prozent am gesamten Portfolio.

 

Was sind die Ursachen dieser Entwicklung? Zum einen hat sich die Struktur des Beteiligungsbestands schrittweise verändert, der Anteil von Unternehmensnachfolge-, Turnaround- und Venture-Capital-Engagements ist gestiegen. In diesen Spezialbereichen sind offene Beteiligungen vielfach das genau passende Instrument, zum Teil in Kombination mit einer stillen. Aber auch im typischen Wachstumsgeschäft sind offene Beteiligungen regelmäßig eine adäquate Finanzierungsvariante und werden von der BayBG auch umgesetzt. Offene Engagements zeichnen sich durch eine besondere Chancen-/Risikostruktur aus. Setzt sich ein Unternehmen am Markt nicht durch, hat die Beteiligungsgesellschaft ihr Geld verloren, ohne irgendein Entgelt erhalten zu haben. Ist das Unternehmen – nicht zuletzt wegen der kontinuierlichen, über das Finanzielle hinausgehenden Unterstützung durch die Kapitalgeber – erfolgreich, profitieren beim Exit alle Seiten.

 

Erfolgreiche Exits: Win-win für alle

Nachdem die BayBG bereits in den Vorjahren in Zusammenarbeit mit den anderen Gesellschaftern eines Unternehmens regelmäßig erfolgreiche Verkäufe realisiert hatte, gab es auch im vergangenen Jahr wieder einige dieser sogenannten Exits. Die Boston Logic Inc., USA, hat die Münchner Propertybase GmbH übernommen. Propertybase bietet eine auf die Real-Estate-Branche zugeschnittene Vertriebs- und Marketing-Plattform als Software-as-a-Service an. Der Bostoner Spezialist für IT-Lösungen für die Real-Estate-Branche erweitert mit der Übernahme seine Servicepalette und steigert seine Marktdurchdringung. Die BayBG war 2015 bei Propertybase eingestiegen, 2017 hatte das Unternehmen weltweit bereits über 1.000 Immobilienbüros. Ein anderes Beispiel ist die von BayBG-Wachstum begleitete Übernahme des Onlinemarketing-Spezialisten One Advertising AG durch die diva-e Digital Value Enterprise GmbH.

 

Owner´s Buy-back

Der Ausstieg einer Beteiligungsgesellschaft über einen Rückkauf der offenen Anteile durch den Unternehmer (Owner’s Buy-back) ist in der Beteiligungswirtschaft nicht der Standard. Die BayBG ist aber auch für solche Möglichkeiten offen. Vor einigen Monaten die GME German Medical Engineering GmbH die Anteile von BayBG und der Bayern Kapital GmbH zurückgekauft. Die beiden Gesellschaften waren Erfolgreicher Anteilsrückkauf 2011 bzw. 2013 bei dem auf dermatologische Laser spezialisierten mittelfränkischen Medizintechnikunternehmen als Investoren eingestiegen, hatten sein Wachstum begleitet und die Anteile mit einem vorab definierten Faktor wieder an GME abgegeben. Dr. Stefan Schulze, geschäftsführender Gesellschafter der GME: »Wenngleich der Ausdruck ›Win-win-Situation‹ schon etwas abgegriffen ist und für alle passenden, manchmal auch weniger passenden Situationen herhalten muss, hier hat er seine Berechtigung: Beide Seiten haben von- und miteinander profitiert.«