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13.04.2017

Aus der Insolvenz in Eigenverwaltung zurück auf die Überholspur:

BayBG neuer Minderheitsgesellschafter bei Kunststoffverarbeitung Reich GmbH (Reich Tank)

München/Landsberg: Die BayBG Bayerische Beteiligungsgesellschaft hat sich mit einem 49-Prozent-Anteil als Minderheitsgesellschafter bei der Kunststoffverarbeitung Reich GmbH engagiert, die 2015 Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt hatte. Nachdem das Insolvenzplanverfahren erfolgreich abgeschlossen wurde, ist der Weg für eine aussichtsreiche Fortsetzung und Weiterentwicklung des vor 80 Jahren gegründeten oberbayerischen Traditionsunternehmens geebnet.

Reich ist ein Pionier bei der Fertigung von Behältern, Silos, Rohren oder Tanks aus glasfaserverstärktem Kunststoff (GFK). Im Vergleich zu vielen anderen Materialien – wie zum Beispiel Eisen, Stahl oder Titan – ist GFK vor allem leichter und korrosionsbeständiger. Daher werden die Reich-Behälter und -anlagen insbesondere im Straßen-Winterdienst sowie in der chemischen Industrie gerne eingesetzt. Mit rund 3.000 realisierten Winterdienst-Anlagen, die neben den Autobahnen weithin sichtbar sind, ist Reich bundesweiter Marktführer.

Trotz dieser Erfolge musste das oberbayerische Unternehmen nach einem hohen Forderungsverlust durch die Zahlungsunfähigkeit eines wichtigen Kunden 2015 Insolvenz in Eigenverwaltung beantragen. Die im Insolvenzplan in Zusammenarbeit mit dem Sanierungsberater Planer und Kollegen GmbH durchgeführten operativen Restrukturierungsmaßnahmen zeigten Erfolg. Die langjährigen Kunden und Lieferantenbeziehungen wurden weitergeführt und bei stabilem Umsatz stieg die Profitabilität.

„Mit dem Engagement der BayBG als 49-Prozent-Minderheitsgesellschafter wird jetzt auch die Passivseite neu strukturiert und gestärkt und die Eigenkapitalquote steigt“, erläutert BayBG-Projektmanager Erwin Wick.

Hauptgesellschafter mit 51 Prozent bleibt der bisherige geschäftsführende Gesellschafter, Ralph Breiltgens. Mitarbeiter und Betriebsrat sowie die Gläubigerversammlung haben diese Lösung mit der BayBG als neuen Mitgesellschafter begrüßt. Das Verfahren wurde zum 02.04.2017 offiziell aufgehoben. „Damit und mit dem Engagement der BayBG gewinnen wir den Freiraum für die Hebung von Wachstumspotenzialen, für weitere Produktentwicklungen und für die Erschließung neuer Märkte. Wir sind überzeugt, dass die Zusammenarbeit mit der BayBG für beide Seiten erfolgreich sein wird“, betont Ralph Breiltgens.

Kurz erläutert: Insolvenz in Eigenverwaltung (§§ 270 ff. InsO) Wenn eine angestrebte Sanierung konkrete Realisierungschancen hat, kann ein Unternehmen anstelle einer Regelinsolvenz eine Insolvenz in Eigenverwaltung nach §§ 270 ff. Insolvenzordnung beantragen. Hiernach behält der Unternehmer sein Unternehmen, um es fortzuführen. Dem Unternehmer wird ein Sachwalter zur Seite gestellt. Um anstelle des Regelinsolvenzverfahrens eine Insolvenz in Eigenverwaltung zu erhalten, muss der betroffene Unternehmer die Gläubiger und das Insolvenzgericht von den Vorteilen der Eigenverwaltung durch ein fundiertes Eigenverwaltungs-Konzept mit positiver Fortführungsprognose überzeugen. Nachdem die Eigenverwaltung eingerichtet ist und der Betrieb wieder ungestört läuft, wird üblicherweise ein Insolvenzplan erstellt, um das Unternehmen endgültig zu sanieren.

Rückfragen: josef.krumbachnerbaybgde, 089-122280-172

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