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Wachstumsbeteiligungen: Erfolgreich „große Sprünge“ finanzieren

 

Erfolgreiche Unternehmen stellen die Weichen für die Zukunft immer wieder neu. Sie erkennen Chancen und nutzen sie. Das kann zum Beispiel eine Produktionserweiterung oder die Umsetzung einer Internationalisierungsstrategie sein. Bei mittelständischen Unternehmen ist das vielfach mit einem – in Relation zur bisherigen Betriebsgröße – hohen Investitionsvolumen verbunden: einer Sprunginvestition. 


Häufig können Sprunginvestitionen nicht allein über Fremdkapital abgedeckt werden, da sie auch mit relativ hohen Risiken belastet sind und so von Kreditinstituten kaum allein realisiert werden können. Das Verhältnis von Eigenkapital zu Fremdkapital würde sich deutlich verschlechtern – mit all den negativen Effekten – bis hin zu einer Überschuldung bei einem konjunkturellen Abschwung.

Als Alternative bieten sich zusätzliches Eigenkapital und/oder eigenkapitalähnliche Mittel, wie zum Beispiel stille Beteiligungen, an. Sie stärken das wirtschaftliche Eigenkapital und verbessern Liquidität und Eigenkapitalquote. Und damit erhöhen sich die Chancen auf einen langfristigen Erfolg deutlich.

Ein aktuelles Beispiel mit realen, leicht gerundeten Zahlen kann diesen Zusammenhang verdeutlichen.

Das Unternehmen
Als Handwerksbetrieb gegründet, erarbeitet sich die Maschinen GmbH & Co. KG innerhalb weniger Jahre eine starke Position in einer Nische des Maschinenbaus. Die renommierten Kunden schätzen Qualität und Präzision der Produkte und die hohe Entwicklungskompetenz der Mitarbeiter. Wegen dieser Sonderstellung stieg die Nachfrage kontinuierlich und damit auch die notwendigen Investitionstätigkeit.

Als das Unternehmen Ende 2013 zwei weitere Großkunden gewinnen konnte, die vertraglich und mit klaren Aussagen kundtaten, dass sie an einer langfristigen Zusammenarbeit interessiert sind, musste das Unternehmen reagieren und plante die Errichtung neuer Anlagen für 2 Mio. €.

Die Kapazitätserweiterung
Dabei zeigte sich wegen des kontinuierlichen und raschen Unternehmenswachstums und den damit verbundenen Investitionen der vergangenen Jahre die Liquidität des Unternehmens bereits vor dieser Investition als angespannt. Die Current ratio (Verhältnis zwischen Umlaufvermögen und kurzfristigen Verbindlichkeiten x 100) war mit einem Wert von 65 deutlich unter 100.

Langfristige Investitionen waren zum Teil mit kurzfristigen Kontokorrentmitteln finanziert. Diese Fristeninkongruenz stellte alle Beteiligten vor zusätzliche Herausforderungen. Um den geplanten Kapazitätsaufbau trotzdem ausgewogen finanziert umsetzen zu können, prüfte das Unternehmen verschiedene Finanzierungsmodelle. Eine stille Beteiligung stellte dann letzten Endes die favorisierte Lösung dar.

Die Finanzierung
Insgesamt errechnete sich ein Kapitalbedarf von 5,5 Mio. €: 2 Mio. € für Investitionen, 1 Mio. € für Betriebsmittel und 2,5 Mio. € für die Umschichtung kurzfristiger in langfristige Kredite, wobei die Kreditgeber hierzu nur bereit waren, weil das Unternehmen mit einer Beteiligung seine Bonität stärken konnte.

Das Ergebnis
Mit der stillen Beteiligung konnte die Maschinen GmbH & Co. KG nicht nur die geplanten Investitionen umsetzen, sondern gleichzeitig auch Liquidität, Current ratio und Eigenkapitalausstattung deutlich verbessern. Das wirtschaftliche Eigenkapital (= Eigenkapital + stille Beteiligung) stieg auf 5,5 Mio. €, die gesamte Eigenkapitalquote trotz der relativ großen Investition von 13 auf 23,9 Prozent.

Ende 2014 gingen die neuen Anlagen in Betrieb, das Unternehmen befindet sich seitdem weiter auf Wachstumskurs mit steigenden EBIT-Ergebnissen.

 

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